Zeitreise nach Berlin

11/05/2009 05:05:00 PM

Labels:

Vor einiger Zeit bin ich über eine Frage zu Google Earth gestolpert, an die ich immer wieder denken muss. Es ging darum, dass man die ehemalige innerdeutsche Grenze auf neueren Satellitenaufnahmen immer weniger erkennen kann. Es ist wirklich schon eine ganze Weile her, aber mir wurde dabei zum ersten Mal bewusst, dass es eine zusätzliche Dimension in Google Earth gibt: Zeit.

Seit wir Google Earth 5.0 im Februar 2009 auf den Markt gebracht haben, sind Zeitreisen mit der Funktion Historisches Bildmaterial möglich geworden. Heute freue ich mich ganz besonders anzukündigen, dass wir zusätzlich historisches Bildmaterial von Berlin aus den Jahren 1945 und 1953 in Google Earth aufgenommen haben. Die Aufnahmen von 1945 stammen aus den US National Archives und zeigen Mariendorf, Mitte, Prenzlauer Berg, und den Reichstag. Die Aufnahmen aus dem Jahr 1953 stammen aus der Luftbilddatenbank Würzburg, Ing.-Büro Dr. Carls.

Berlin 1945

Berlin 1953

Berlin 2009

Um die Daten zu sehen, benötigt ihr Google Earth 5.0. Die Funktion Historisches Bildmaterial erreicht ihr, indem ihr auf das Uhrensymbol in der oberen Navigationsleiste klickt.

Damit öffnet sich die Zeitachse. Die kleinen vertikalen Linien auf der Zeitachse kennzeichnen die Datumsangaben, für die historische Bilder des jeweiligen Orts verfügbar sind.

Probiert es doch gleich selbst mal aus! Wir wünschen euch viel Spaß mit dem neuen Bildmaterial.

Post von Stefanie Schneider, Google-Team

Transparenz, freie Wahl und Kontrolle – nun ergänzt durch das Dashboard!

11/05/2009 11:36:00 AM

Labels:

Wir freuen uns, heute die Einführung von Google Dashboard bekannt zu geben. Habt ihr euch schon einmal gefragt, welche Daten Google in deinem Google-Konto speichert? Das Google Dashboard bietet eine Übersicht über alle Daten, die mit eurem Konto zusammenhängen – einfach und kompakt an einem Ort.

In den letzten 11 Jahren hat sich Google darauf konzentriert, innovative Produkte für seine Nutzer zu entwickeln. Bei den Hunderten von Millionen von Nutzern auf der ganzen Welt sind wir uns heute sehr genau des Vertrauens bewusst, das ihr in uns setzt, und ebenso unserer Verantwortung für den Schutz eurer Privatsphäre und eurer persönlichen Daten.

In der Vergangenheit haben wir zahlreiche Schritte in diesem Bereich unternommen: Wir haben investiert, um euch im Datenschutz-Center zu informieren. Wir haben es euch mit unserer Data Liberation Front leichter gemacht, Daten in Google zu verschieben und zu exportieren. Und wir ermöglichen euch die Kontrolle über die Werbeanzeigen, die ihr als interessenbasierte Werbung (Link führt zu englischem Video) eingeblendet bekommen möchtet. Transparenz, freie Wahl und Kontrolle sind ein zentraler Teil der Philosophie von Google geworden, und heute freuen wir uns besonders, über eine weitere Initiative berichten zu können.

Mit dem Ziel, euch größere Transparenz und bessere Kontrolle über eure eigenen Daten zu bieten, haben wir das Google Dashboard geschaffen. Das Design ist einfach und nützlich: Im Dashboard werden die Daten aus jedem verwendeten Produkt (wenn ihr in eurem Konto angemeldet seid) zusammengefasst.



Darüber hinaus findet ihr hier direkte Links zur Steuerung eurer persönlichen Einstellungen. Heute deckt das Dashboard über 20 Produkte und Services ab. Wie zum Beispiel Google Mail, Kalender, Text & Tabellen, Webprotokoll, Orkut, YouTube, Picasa, Talk, Reader, Alerts, Latitude und viele mehr. Der Umfang und der Detaillierungsgrad des Google Dashboards sind so noch nie dagewesen, und wir sind stolz, diese Funktion als erstes Internet-Unternehmen anbieten zu können – und hoffen, dass sie zum Standard wird.

Näheres zum Dashboard erfahrt ihr in diesem kurzen Video:


Probiert die Funktion doch einfach mal selbst aus - den direkten Zugang findet ihr unter www.google.com/dashboard.

Post von Alma Whitten, Software Engineer, Yariv Adan, Product Manager, und Marissa Mayer, VP of Search Products and User Experience

Google Social Search – endlich habe ich den New-York-Blog meines Freundes gefunden!

10/27/2009 08:09:00 AM

Labels:

Eure Freunde und persönlichen Kontakte spielen in eurem sozialen Online-Leben eine wichtige Rolle. Viele Menschen stellen heute im Internet persönliche Kontakte her und publizieren auf verschiedensten Plattformen Informationen. Beispielsweise in Blogs, Status-Aktualisierungen oder Tweets. Auf diese Weise entsteht für jeden Nutzer ein Geflecht an relevanten Informationen, die sein soziales Umfeld öffentlich zugänglich gemacht hat. Leider sind diese Informationen auf einer einzigen Plattform nicht leicht zu finden. Deshalb starten wir heute in Google Labs und vorerst nur in Englisch die neue Testfunktion Google Social Search. Sie soll euch die Suche nach relevanten öffentlichen Informationen aus eurem weiteren sozialen Umfeld erleichtern.

Es gibt beispielsweise eine Menge Leute, die über New York schreiben. Wenn ihr „New York“ in die Google-Suche eingebt, ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass der New-York-Blog eures besten Freundes auf der ersten Ergebnisseite auftaucht. Normalerweise findet ihr zuerst bekannte Seiten mit offiziellem Charakter. Mit der Personalisierung haben wir bereits Maßnahmen getroffen, um die Relevanz eurer Suchergebnisse zu steigern, aber heute gehen wir noch einen Schritt weiter: Google Social Search findet für euch relevante Informationen von euren Freunden und Kontakten, sofern diese ihre Informationen öffentlich verfügbar gemacht haben, und hebt diese Resultate am Ende der Suchergebnisseite hervor. Wenn ihr jetzt eine einfache Suche nach „New York“ startet, führt Google Social Search den Blog eures Freundes auf der Ergebnisseite unter der Überschrift „Results from people in your social circle for New York“ auf. Ihr könnt euch auch ausschließlich Ergebnisse aus eurem „Social Graph“ anzeigen lassen, indem ihr auf der Ergebnisseite auf „Show options“ und anschließend auf „Social“ klickt. Schaut euch unsere Videodemonstration an:


Alle Informationen, die Google Social Search findet, sind im Internet öffentlich zugänglich. Ihr könnt, wenn ihr möchtet, auch ohne Social Search danach suchen. Wir haben lediglich eine Funktion entwickelt, um diese Informationen konsolidiert zu präsentieren und euren Suchergebnissen mehr Relevanz zu verleihen. Dies erreichen wir, indem wir aus den sozialen Verbindungen, die in eurem öffentlichen Google-Profil verlinkt sind, ein soziales Umfeld eurer Freunde und Kontakte erstellen, z.B. mit Leuten, deren Veröffentlichungen ihr auf Twitter oder FriendFeed verfolgt. Die Ergebnisse werden für euch individuell zusammengestellt. Dementsprechend müsst ihr bei eurem Google-Konto angemeldet sein, um Social Search benutzen zu können. Wenn ihr Google Mail nutzt, werden auch eure Chat-Partner und Kontakte in eure Freundes-, Familien- und Kollegengruppen einbezogen. Wenn ihr zudem Google Reader benutzt, führen wir auch Webseiten aus euren Abonnements in den Social-Search-Ergebnissen auf.

Wenn ihr mehr über die Funktionsweise von Social Search wissen möchtet oder erfahren wollt, welche Kontrollmöglichkeiten ihr über die angezeigten und bereitgestellten Informationen habt, lest unsere FAQs (in Englisch) oder schaut euch das folgende Video an:


Die heute vorgestellte Funktion hat zwar experimentellen Charakter – bei Google setzen wir sie jedoch schon länger mit großem Erfolg ein. Wir sind sehr gespannt auf eure Meinung (in Englisch). Ach ja, und vergesst nicht, ein öffentliches Google-Profil anzulegen, um euer soziales Umfeld im Internet zu erweitern, damit ihr die Informationen, die für euch relevant sind, leichter findet (...auch den New-York-Blog eures Freundes).

Mehr Bewegungsfreiheit für deine Google-Dokumente

10/26/2009 03:56:00 PM

Labels: ,

Ihr habt vielleicht in diesem September vom Start der Data Liberation-Webseite von Google gehört. Diese Seite ist ein zentraler Ort im Internet, an dem ihr erfahrt, wie ihr eure Daten ganz einfach in oder aus der Google-Cloud bewegen könnt. Heute kommt ein neues Produkt dazu, das die Liste der Data Liberation-Funktionen verlängert: Die Funktion „Konvertieren, komprimieren und herunterladen“ in Google Text & Tabellen, die es euch ermöglicht, mehrere oder sogar alle Dokumente und Tabellen gleichzeitig herunterzuladen.

Diese neue Funktion ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Entwicklungsteam von Google Text & Tabellen und der Google Data Liberation Front, einem kleinen Entwicklerteam, das den Nutzern den Transfer von persönlichen Daten in und aus den Google-Diensten erleichtern will. Zu diesem Zweck entwickelt es Funktionen für den einfachen Import und Export.

Die Funktion „Konvertieren, komprimieren und herunterladen“ ist eine weitere der zahlreichen „Liberation“-Funktionen (liberation, dt. „Befreiung“), die im gesamten Google-Produktangebot zu finden sind – vom Download kompletter Blogs in Blogger bis hin zum E-Mail-Export aus Google Mail über IMAP und POP3. Mit der neuen Funktion könnt ihr eure Google-Dokumente in einem Format eurer Wahl (MS Office, Open Office, PDF usw.) in Paketen zusammenfassen und als Zip-Datei herunterladen. Ihr müsst also nicht mehr jedes Dokument einzeln herunterladen - was ziemlich lange dauern kann, wenn es beispielsweise um mehrere Hundert Dokumente geht. Wählt einfach die gewünschten Dokumente aus, klickt im Menü „Weitere Aktionen“ auf „Export“ und ladet alle Dokumente auf einmal herunter.


Wir hoffen, ihr findet die neue Exportfunktion hilfreich, und möchten euch dazu anregen, immer nach neuen Data Liberation-Funktionen Ausschau zu halten. Unserer Meinung nach sollten die Nutzer - und nicht die Produkte - die Kontrolle über ihre Daten haben. Ihr solltet eure Daten schnell und einfach und ohne Probleme aus jedem Produkt exportieren können. Wir haben diese Strategie bereits bei über der Hälfte unserer Produkte umgesetzt und arbeiten daran, die noch bestehenden Herausforderungen anzugehen.

Gerne könnt ihr euch unter dataliberation.org eingehender über das Thema informieren oder unsere Beiträge auf Twitter unter dataliberation verfolgen. Auf der Seite Data Liberation Moderator könnt ihr darüber hinaus Vorschläge und Anregungen für Dienste übermitteln, bei denen der Datenexport vereinfacht werden sollte.

Post von Brian Fitzpatrick, Engineering Manager Data Liberation

20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer – Wir feiern die freie Meinungsäußerung

10/23/2009 04:10:00 PM

Labels:

Der Fall der Berliner Mauer 1989 wurde weit über die deutschen Grenzen hinaus zu einem Symbol für die freie Meinungsäußerung. Nur 20 Jahre später nutzten iranische Bürger Online-Werkzeuge wie YouTube und Twitter, um Berichte aus erster Hand zu liefern, wie die Regierung brutal gegen Dissidenten vorging, die gegen das umstrittene Wahlergebnis demonstrierten. Viele Iraner riskierten ihr Leben, um die Gewalt für alle Welt zu dokumentieren – trotz der Bemühungen der Regierung, Journalisten auszuweisen und alle Gegenstimmen zum Schweigen zu bringen.

Die demokratisierende Macht des Internets ermöglicht es den Menschen wie nie zuvor, ihre Geschichten mit einem globalen Publikum zu teilen und denjenigen eine Stimme zu geben, die sonst niemals gehört würden.

Anlässlich des 20. Jahrestags des Falls der Berliner Mauer richten wir ein YouTube-Kanal auf youtube.com/GoogleFreeExpression ein, um die freie Meinungsäußerung rund um die Welt zu porträtieren und zu feiern. Über rege Beteiligung würden wir uns freuen.

Dieser Kanal ist speziell für eure Geschichten und Gedanken über die freie Meinungsäußerung gedacht. Erzählt uns, wie ihr oder jemand, den ihr kennt, sich für die freie Meinungsäußerung eingesetzt hat. Vielleicht hast du gegen etwas protestiert, das du nicht akzeptieren konntest, gehandelt, wenn jemandem das Wort verboten werden sollte, oder vielleicht hast du jemanden unterstützt, der sich für die freie Meinungsäußerung eingesetzt hat. Erzählt uns in einem kurzen Video von euren Erfahrungen, lade es auf YouTube hoch und stell es als Antwort auf dieses Video ein:



Die besten Beiträge werden wir auf dem Google Free Expression Channel veröffentlichen, also schau in der nächsten Zeit immer wieder dort nach. Wir freuen uns auf eure Beiträge.

Post aus dem YouTube-Blog von Annette Kroeber-Riel, European Policy Counsel

Mit Google Grippe Trends rechtzeitig vor Grippewellen warnen

10/08/2009 10:40:00 AM

Labels:

Jedes Jahr erkranken Millionen Menschen an der Grippe, Hunderttausende sterben sogar an einer Infektion. Eine frühe Kenntnis über die Gebiete in denen sich eine Grippewelle ausbreitet, ermöglicht den Menschen einen schnellen Schutz vor Ansteckung. Dadurch können sogar Leben gerettet werden.

Vor ein paar Jahren weckte eine große Grippewelle das Interesse einiger Google-Techniker: Schlägt sich eine solche Epidemie in den Mustern der Suchmaschinenanfragen nieder? Lassen sich die Suchanfragen auf Google zur Erkennung von Grippetrends nutzen?

Im November 2008 wurde Google Grippe-Trends in den USA eingeführt und erwies sich als leistungsstarkes Tool. Auf Grundlage aktueller Suchanfragen, die Internetnutzer beim Auftreten einer Grippeerkrankungen typischerweise in den Suchschlitz der Suchmaschine eingeben, ließ sich die aktuelle Verbreitung der Krankheit ablesen. Google Grippe-Trends informiert nahezu in Echtzeit über die Anzahl der Grippeerkrankungen eines Landes. Es gelang die Krankheitsfälle näherungsweise abzubilden und darüber die Verbreitung der Grippeerkrankungen nachzuverfolgen. Wie sich herausstellte, waren diese Daten über die Grippe-Verbreitung für Gesundheitsämter, Ministerien, Ärzte und die Öffentlichkeit von großem Nutzen.


Mit dem heutigen Tag, dem 8. Oktober 2009, steht Google Grippe-Trends in 20 weiteren Ländern Gesundheitsämtern zur Prognose und Bekämpfung von Grippewellen zur Verfügung. Auf Grundlage der Muster früherer Suchanfragen wurde in Zusammenarbeit mit dem „Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten“ und nationalen Gesundheitsorganisationen ein Modell geschaffen, mit dem sich die Grippeaktivität in diesen Ländern genau abbilden lässt.

Schon seit Langem erheben viele Gesundheitsbehörden bei Ärzten und Patienten Daten zur Grippe. Warum wird ein neues Verfahren mit Suchmaschinen-Sammeldaten benötigt? Die bisherigen Datenerhebungen sind immens wichtig, allerdings konzentrieren sich die meisten Behörden auf ein einziges Land oder eine Region und aktualisieren ihre Hochrechnungen nur wöchentlich. Google Grippe-Trends wird hingegen für eine Vielzahl von Ländern rund um den Globus erhoben und täglich aktualisiert. Grippe-Trends ergänzt dadurch die bisherigen Verfahren.

Epidemiologen zeigen sich von dieser Entwicklung begeistert, da sich mit einer Früherkennung die Anzahl der Erkrankungen verringern lässt. Unter bestimmten Bedingungen könnte ein neuer Virusstamm eine Pandemie auslösen, die Millionen Todesopfer fordert (wie die Grippeepidemie im Jahre 1918). Dank unserer tagesaktuellen Hochrechnungen können Gesundheitsämter und Ärzte besser auf saisonale Epidemien und Pandemien reagieren.

Ohne die Auswertung von Milliarden Suchanfragen bis zum Jahr 2003 wäre die Erstellung derart präziser Modelle nicht möglich gewesen. Wir haben es hier mit einem besonders anschaulichen Beispiel zu tun, wie sich anonymisierte Sammeldaten zum Wohle aller einsetzen lassen. Die Trends in den Suchanfragen können wertvolle Informationen über Trends in Wirtschaft, Gesundheitswesen und weiteren Bereichen bieten. Mit unserem Tool Insights lässt sich zum Beispiel verfolgen, wie sich ein Begriff oder eine Kategorie im Laufe der Zeit verändert bzw. wie sich die Suchanfragen geografisch verteilen. Datenanalysen sind ein wichtiges Hilfsmittel, um Erkenntnisse über zahlreiche Aspekte der Gesellschaft zu erlangen – und wir setzen uns für die sinnvolle Verwendung der Daten ein, die der gesamten Welt zu Gute kommen.

Die enorme Vielfalt der Suchmuster bedeutet, dass wir beispiellose Erkenntnisse über die Welt erhalten können. Der Journalist John Battelle stellte die Theorie auf, dass die Suchanfragen als Sammeldaten „ein Platzhalter für die Absichten der Menschheit“ sind. Er argumentierte, dass diese Datenbank die Absichten unter anderem die Bedürfnisse und Wünsche einer Gesellschaft offenbart. Google Grippe-Trends ist ein Beispiel dafür, wie Suchanfragen ein Abbild des Geschehens eines Landes sein und entscheidend zur Reaktion auf die Bedrohung der Volksgesundheit beitragen können.

Post von Stefan Keuchel, Communications & Public Affairs Manager

Geocoaching mit Android

10/07/2009 09:04:00 PM

Labels:


Wagemutig habe ich es auf einen halsbrecherischen Selbstversuch ankommen lassen. Halsbrecherisch, weil es keinen Fallback-Modus gab. Nur mit dem Android bewaffnet wollte ich hinaus in die Welt. Mit dem Android und ein paar “Apps”. Doch zunächst habe ich, ganz im herkömmlichen Stil, fein säuberlich eine spezielle Software, die ich auch für das bis dato genutzte Handgerät einsetze, befragt und selbiges nach intensiver Filterorgie eine GPX-Datei* ausgeben lassen. Die GPX-Datei enthält alle relevanten Informationen über Geocaches. Koordinaten, Titel, Beschreibung. Diese GPX-Datei muss nur noch auf das Android, was für mich ein erstaunlich einfacher Akt war. USB aktivieren, Datei kopieren, USB wieder ausschalten. Fertig.

Da stehe ich also mitten in der Buga-Stadt Schwerin mit dem schicken flachen Google-Phone. Zuerst brauche ich mal was, um mir die Caches* überhaupt darstellen zu lassen. Ich starte den Android Market - das Gegenstück zu Apples AppStore. “Geocaching” als Stichwort reicht, um ein bißchen mehr als eine handvoll Anwendungen auswerfen zu lassen, die mir der Market als passendes Suchergebnis liefert. Darunter ein paar klangvolle Namen. “GeoBeagle”, “Geodroid”, “Orienteer” - die Namen klingen wie in einem SciFi-Film von vor 40 Jahren.

Doch mein Blick schweift über die Liste der Suchergebnisse und bleibt an einer Stelle hängen. “CacheMate“. Hä? Kennichdoch! Klar, das habe ich mir vor Jahren mal für meinen PDA geholt. Sogar richtig gekauft. Mit Geld und so. War ein prima Tool, um eben nicht nur von A nach B zu kommen, sondern um auch Cachebeschreibungen zu lesen, Spoilerbilder zu sehen, Hints zu decrypten oder Logs der Vorfinder zu studieren. Nun gut, gibt's jetzt also auch für Android. Und kann ja nicht so verkehrt sein. Kostet allerdings auch nochmal 10 Dollar. Wobei: Ich habs ja schonmal gekauft - gibts da eventuell… Gibt's nicht, stelle ich nach kurzer Recherche fest. Ok, also nochmal. “App” auf dem Android zum Kauf auswählen, mit Google Checkout den Kauf abwickeln. CacheMate lädt, ist wenig später installiert. Anklicken, GPX-File laden - und los. Das ist jetzt tatsächlich nicht übertrieben, sondern war wirklich in dieser Kürze erledigt.

Nun geht's aber los: Ich will ja was finden. Also den nächsten Cache ausgesucht. Die Menüführung ist sauber, die Details aus Cachebeschreibung und Logs* alle vorhanden. Einzig mit den Spoilerbildern* hapert es ein wenig, die bekomme ich auch zum Ende meines Tests nicht mehr zum Laufen. Ich will jetzt los, also den Navigationsmodus angeschaltet. Ein zappelnder grüner Pfeil erscheint auf meinem Display. Offensichtlich genau so nervös, wie ich es gerade bin. Unruhig springt die Pfeilspitze die Himmelsrichtungen abwechselnd an. Ich gehe einfach mal ein paar Schritte. Der Pfeil bekommt seine Nervosität so langsam in den Griff. Ich auch. Aber ich muss mich auf dem Display mit den vielen Informationen erst noch orientieren. Wie weit isses nu noch? Ach da, 93 Meter. 92. 91.


Hm, gibts nicht außer dem Pfeil, der nun wie auf Baldrian ist, noch irgendwas schickes… Kartenmodus! Also umgeschaltet und siehe da: Kennste doch - Google Maps. Mit kleiner Schatzkiste drauf. Und der dicke blaue Kuller bin dann wohl ich. Die Karte bringt mich bis kurz vor das Ziel. Im Nahbereich schalte ich wieder zum grünen Freund um. Der hilft mir hier wesentlich besser. Noch 5, 4, 3 - ich bin da. Hier? HIER?

Also suchen. Nicht lange, gebe ich ja zu. Aber ich muss das jetzt aus dramaturgischen Gründen noch ein wenig hinauszögern. Denn hin und wieder, da sind meine Einstellungen (eigentlich die vom Androiden, aber da wir beide schon sowas wie eine Einheit sind, bleibe ich mal beim ich) dran Schuld, schaltet sich das Display aus. Richtig so, dass ich es erst wieder anschalten muß. Etwas lästig. Die Lesbarkeit (jaja, ich komme gleich zum Fund!) ist übrigens gar nicht so übel. Hier ist Sonne. Also so richtig Sonne. Mit Licht, viel Licht. Und trotzdem konnte man das Display gut ablesen. Aber man muss sich daran gewöhnen, den Android tatsächlich relativ ruhig zu halten.

OK, Spannungsbogen, Dramaturgie - wo wollte ich hin? Richtig, zum Fund. Da suche ich also an dem mir offerierten Nullpunkt und werde tatsächlich fündig. Ja gibts denn sowas? Da liegt wirklich ein Cache. Nicht zu fassen. Tolles Gerät, dieses Android. Na jedenfalls hat es die erste Prüfung zur Zielführung mit sehr gut bestanden.

Es gibt - wie die Leser, die bereits weiter oben schon mit dem Lesen begonnen haben, noch in Erinnerung haben dürften - nun noch eine handvoll weiterer “Apps” aus dem “Market” für das “Android”. GeoBeagle habe ich mir installiert. Eine interessante Mischung aus Nutzung des Browsers und GoogleMaps. Allerdings auch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Hat man jedoch das Prinzip verstanden, eine interessante Ergänzung. Der Geodroid hingegen klang interessant.

Jedoch, so scheint es, steckt die Entwicklung von wirklich guten (im Sinne von handelbaren, anwendungsreifen) Tools auf dem Androiden noch ein wenig in den Kinderschuhen. Beim Geodroid gibt es beispielsweise keine Such- und Filterfunktionen. Schonmal mit einer GPX-Datei mit mehr als 20 Einträgen gearbeitet? Da werden die Kinder beim Auswählen des nächsten Caches zur Überbrückung gerne auf den Spielplatz geschickt… Relativ neu scheint OpenGPX zu sein. Und im Handling meinen Geschmack treffend. Und OpenGPX macht tatsächlich einen stabilen, soliden Eindruck, trägt aus meiner Sicht zurecht "paperless" in der Beschreibung. Denn nichts ist schlimmer, als 20 Cachebeschreibungen inklusive Karten ausgedruckt mitzuschleppen. Vom grünen Gewissen ganz zu schweigen.

Fazit: Geocaching und Android

Die Frage nach der Tauglichkeit in puncto Geocaching ist mit einem klaren "vielleicht" zu beantworten. "Ja", weil der Android alles mitbringt, was man grundsätzlich zum papierlosen Suchen von Tupperdosen benötigt. "Vielleicht" aber, weil die Anzahl an Applikationen aus meiner Sicht noch absolut überschaubar ist. Allerdings sagt die Anzahl natürlich nichts über den Entwicklungsstand aus. Mit einer Software wie CacheMate kann man nicht nur “leben”, sondern sie dürfte auch zumindest für die nächste Zeit der Maßstab sein (es sei denn, ich habe jetzt die absolute Überflieger-Geocaching-Android-Applikation vollkommen übersehen oder war nicht bereit, 150 Dollar auszugeben). Das Android (man verzeiht ja gerne beispielsweise den sich schnell leerenden Akku bei Dauerdienst am Display und im Netz) lasse ich bei meinen Geocaching-Touren nicht mehr zu Hause.

Post von Alexander Balow (aba)
in Zusammenarbeit mit Stefanie Schneider, Google-Team

Glossar:
* GPX-Datei: XML-Datei, die Geodaten beschreibt
* Cache: Das Ziel des Geocachers, ein "geheimes" Versteck. Oftmals eine Plastikdose unterschiedlicher Größen. In Großstädten oftmals Filmdosen.
* Logs: Geocacher dokumentieren im Internet ihre Funde und schreiben dazu jeweils ein sogenanntes Log.
* Spoilerbilder: Fotos, die Hinweise zur Lage des Caches geben